Sam
10.12.2004 - 23.07.2009
Schweren Herzens musste ich im Juli 2009 die Entscheidung treffen, meinen Sam einschlafen zu lassen und ich habe mit ihm nicht nur einen treuen Begleiter,
den ich über alles liebte, verloren, sondern ich musste mich von einem Teil meines Lebens verabschieden - er war mein erster Berner Sennenhund und ich fühle mich ob
jeder Minute, die ich mit ihm verleben durfte, geehrt.
Es ist für mich immer noch als ob es gestern gewesen ist, als er, ein kleiner Wonneproppen, im Februar 2005 mein Leben bereichert hat.
Viereinhalb Jahre durfte er Teil meines Lebens sein und leider musste ich ihn viel zu früh gehen lassen.
In diesen viereinhalb gemeinsamen Jahren haben wir unzählige schöne Momente miteinander verlebt, aber auch in gesundheitlich schweren Momenten tapfer zusammengestanden. Ich habe lange Zeit
gegen seine gesundheitlichen Erkrankungen gekämpft und Sam hat sich tapfer allen Rückschlägen erwehrt.
Seine ersten eineinhalb Lebensjahre habe ich durch eine Futtermittelunverträglichkeit mit stetig wiederkehrenden Magen-Darm-Reizungen seine Ernährung auf B.A.R.F umgestellt. Durch die
Futterumstellung gewann er wieder die Lust am Essen und sein Magen-Darm-Trakt stabilisierte sich wieder.
Eine entartete Drüse an seinem Rücken war der Anlass zu seinem ersten operativen Eingriff im Sommer 2006 und er bewältigte diesen ohne Komplikationen und gelassen, wie auch all die
nachfolgenden in seinem Leben.
Im Winter 2008/2009 begann dann Sam´s größte gesundheitliche Hürde. Er begann vorne rechts zu lahmen und da Schonung als auch verabreichte Schmerzmedikamente zu keiner Besserung führten, brachte
die Differentialdiagnostik mit der Diagnose "beidseitige schwere ED mit hochgradigen Arthrosen".
Die unvermeidliche Operation seines rechten Ellenbogens im Februar 2009 bewältigte er ohne Mühe und mit Willen stellten wir uns seinem Regenerationsprogramm.
Im März 2009 traf mich sein gesundheitlicher Rückschlag unerwartet, denn über Nacht konnte Sam sein rechtes Bein nicht mehr belasten. Die neuerliche Computertomografie verdeutlichte die
Notwendigkeit einer erneuten Operation. Auch diesmal ließ er alles geduldig über sich ergehen und wir begannen seine Regeneration und seinen Muskelaufbau wieder von vorne.
Ende April nahm ich Blut in seinem Urin wahr. Die sich anschließende Diagnostik "Zysten in der Prostata" bedingte seine nächste Operation.
Ich ließ ihn kastrieren, damit seine Prostata durch die hormonelle Umstellung ihre Arbeit einstellen würde. Bei der Kastration wurde dann zudem ein Hodentumor diagnostiziert.
Ich blickte hoffnungsfroh in die Zukunft und bewältigte die Folgezeit mit Kraft und Willen. Ich widmete mich intensiv und kontrolliert seinem Muskelaufbau, bis uns im Juni 2009 die ED
deines linken Ellenbogens erneut zurückwarf. Auch der dadurch geschuldeten Operation trotzte mein Sam und ich hoffte wieder.
Elf Tage nach dem operativen Eingriff ging es ihm sehr schlecht und sein Magen-Darm-Trakt rebellierte in Folge der Belastung durch die Narkosen als auch die
verabreichten Medikamente. Ich ergriff umgehend alle erdenklichen schonenden Maßnahmen und war erleichtert, ob der Linderung, die diese mit sich brachten.
Mein hoffnungsvoller Blick nach vorne wurde nach nur drei Tagen je getrübt, denn er konnte seinen bereits zwei Mal operierten rechten Ellenbogen nicht mehr belasten. Er lag regungslos und
teilnahmslos auf seinem Platz und sein Blick war nicht mehr der meines Sam´s, wie ich ihn kannten.
Dieser Moment ließ meine Welt für eine Weile still stehen und ich musste mir eingestehen, dass mich seine Gelenke vor eine unüberwindbare gesundheitliche Hürde gesetzt
hatten.
Ich musste einsehen, dass ich nichts mehr für ihn tun konnten, als ihn würdevoll einschlafen zu lassen.
Warum mein Sam vor all diese Hürden gestellt wurde, wird eine für mich ungeklärte und unerklärbare Frage bleiben.
Umso wichtiger erscheint es mir, dass ich ihm versprechen, alles in meiner Macht stehende zu unternehmen, um sein Schicksal sich nicht wiederholen zu lassen.
Ich werde durch Ahnenforschung meiner zukünftigen Hunde, durch proteinarme Ernährung und durch altersentsprechende Bewegung dafür Sorge tragen, alle sich bedingenden Faktoren für
Gelenkserkrankungen so minimal zu gestalten, wie es irgendwie in meinem Ermessen liegt.
Durch all diese Zeit war Sam ein treuer, liebender und lernwilliger Begleiter. Er hat mein Leben durch sein positives und immer freundliches Wesen bereichert.
Ob in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, im Wohnheim oder in der Schule hat er mit seinem vereinnahmenden Wesen alle in seinen Bann gezogen. Ich werde nie vergessen, wie er sich inmitten
von 200 Schulkindern auf den Rücken gelegt hat und die Kinder ihn gekrault haben und über ihn gekrabbelt sind.
Sam hat als mein Rudelchef eine ganz wichtige Rolle bei der Erziehung seiner Rudelbrüder Neo und Aaragon übernommen und diese Aufgabe mit einer unvorstellbaren Souveränität und Gelassenheit
bewältigt.
Mit meinem Abschied von Sam sind sie nun auf sich selbst gestellt und müssen ihren weiteren Lebensweg ohne ihn bestreiten. Er wird ihnen mit seiner souveränen Art als Anführer und Stütze
fehlen.
Sam hinterlässt eine unglaublich große Lücke in meinem Herzen, in meinem Leben und in meinem Rudel!
Ich werde ihn nie vergessen!
Er wird immer seinen Platz in meinen Herzen und Gedanken haben!
Feli´s Bernerrüden